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Ratgeber

Wie läuft eine Chemotherapie ab?

4. Februar 2026

Eine Chemotherapie folgt einem klaren Ablauf. Auch wenn jede Behandlung individuell ist, gibt es feste Schritte, die Orientierung geben. Dieser Überblick zeigt, wie die Behandlung grundsätzlich abläuft und was alle unterschiedlichen Ansätze gemeinsam haben.

Bei einer Chemotherapie kommen Medikamente zum Einsatz, die Krebszellen direkt abtöten und ihr Wachstum hemmen (Zytostatika). Sie wird bei vielen Krebserkrankungen eingesetzt, oft in Kombination mit Operationen und/oder Bestrahlung.

Vor der Chemotherapie

Nach der Krebsdiagnose beginnt die Planung der Behandlung. Onkolog:innen klären in einem Gespräch, welche Therapie sinnvoll ist. Dabei werden unter anderem berücksichtigt:

  • Art und Ausbreitung des Tumors
  • Eigenschaften der Krebszellen
  • Allgemeiner Gesundheitszustand

Um diese Informationen zu gewinnen, werden verschiedene Voruntersuchungen und Tests, wie beispielsweise Biopsien, CT- und/oder MRI-Untersuchungen, durchgeführt. Auf dieser Grundlage wird anschliessend das passende Medikament ausgewählt. Diese Entscheidungen werden an einem sogenannten Tumorboard getroffen, einem Gremium aus verschiedenen Experten (Onkologen, Radioonkologen, Radiologen, Gastroenterologen und Pathologen).

Im Anschluss wird anhand der berechneten Körperoberfläche die Dosierung individuell festgelegt. Zusätzlich werden Begleitmedikamente bestimmt, um Nebenwirkungen wie Übelkeit zu verhindern.
 

  • Pflegekräfte im Krankenhausbüro: Mitarbeiterin am Computer im Gespräch mit Kollegin, moderne Arbeitsstation mit Monitoren und Aktenordnern.
  • Pflegekraft in weißer Dienstkleidung mit Handschuhen und Brille versorgt einen Patienten im Krankenhauszimmer.
  • Krankenhausflur mit Patientin im Gespräch mit Pflegekraft vor Patientenzimmern (Nr. 13 und 14), helles Klinikinterieur mit Transportliege im Hintergrund.

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Die Chemotherapie

Die Chemotherapie wirkt meist im ganzen Körper und erfolgt in sogenannten Zyklen. Behandlungsphasen wechseln sich mit Pausen ab, damit sich der Körper erholen kann. Diese Zyklen können sich über Wochen bis Monate erstrecken.

Wichtige Punkte zum Ablauf:

  • Die Behandlung findet meist ambulant in spezialisierten onkologischen Ambulatorien statt.
  • Bei sehr intensiven Therapien, kurzen Behandlungsabständen oder bei älteren Menschen bzw. kann jedoch ein stationärer Aufenthalt notwendig sein.
  • Die Therapien können intravenös (direkt in die Vene), subkutan (als Spritze ins Fettgewebe) oder oral (als Tablette) verabreicht werden
  • Häufig erfolgt die Therapie über einen vorgegebenen Zeitraum als Infusion in die Vene. Dafür wird teilweise ein Port eingesetzt, ein kleiner Zugang unter der Haut, der die Venen schont und nach Behandlung im Rahmen einer kleinen Operation wieder entfernt werden kann.

Vor jeder Sitzung werden die Blutwerte kontrolliert. Je nach Medikament ist es nötig während der Therapie die Vitalzeichen wie Blutdruck, Puls, Temperatur und Sauerstoffsättigung zu kontrollieren.

Während der Behandlung sind spezialisierte Pflegefachpersonen anwesend und überwachen den Verlauf. Eine Sitzung dauert oft mehrere Stunden. In dieser Zeit können Patient:innen lesen, schlafen oder Musik hören.

  • Türschild an weißer Wand neben einem Türrahmen; im Hintergrund ein blauer Vorhang im Flur, wirkt wie Praxis- oder Klinikbereich.
  • Pflegekraft mit lila Handschuhen richtet Infusionssystem am Tropfständer im Krankenhaus, Nahaufnahme bei IV-Therapie vor blauem Vorhang.
  • Patientin sitzt entspannt im Behandlungsstuhl mit Kopfhörern, während eine Pflegekraft im hellen Klinikraum medizinische Vorbereitung am Oberkörper vornimmt.

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Nach der Behandlung

Nach jeder Chemotherapie reagiert der Körper auf die Therapie. Die Nebenwirkungen treten in der Regel etwa am zweiten oder dritten Tag nach der Therapie auf und halten meist fünf bis sechs Tage oder auch länger an. Anschliessend lassend die therapiebedingten Belastungen bis zu Beginn der nächsten Therapie nach .

Nebenwirkungen können individuell sehr unterschiedlich sein und zeitverzögert auftreten und sind auch stark von der Therapie abhängig. Häufige Nebenwirkungen können beispielsweise sein:

  • Müdigkeit
  • Übelkeit
  • Erhöhte Infektanfälligkeit
  • Haarausfall
  • Veränderungen von Haut, Nägeln oder Geschmack

Viele dieser Nebenwirkungen sind heute gut behandelbar und klingen nach Abschluss der Therapie wieder ab.

Zwischen den Behandlungszyklen finden regelmässige Kontrollen statt. So wird überprüft, wie gut der Körper die Therapie verträgt. Auch psychische und seelische Aspekte werden berücksichtigt.

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